"De Krei de spelt Fitel ..."

Ein literarisch-musikalischer Abend
um den niederdeutschen Poeten
KLAUS GROTH
(1819-1899)
von und mit
Heiko Postma (Text und Rezitation)
und
Martin von Maydell (Musik und Gesang)

Die nächsten Termine

Lütt Matten, de Has‘,

de mak sik en Spaß,

he weer bi’t Studeern

dat Danzen to lehrn,

un danz ganz alleen

op de achtersten Been,

und danz ganz alleen

op de achtersten Been.

Dieser Abend für Freunde plattdeutscher Poesie ist Klaus Groth gewidmet, der den Deutschen – zumal den Norddeutschen – erstmalig gezeigt hat, dass man auf plattdeutsch wunderschöne Gedichte schreiben kann.
Wir – Heiko Postma und Martin von Maydell – freuen uns über Ihr Interesse an unserer literarisch-musikalischen, heiter-besinnlichen, lehrreich-unterhaltenden Lesung. Auf diesen Seiten finden Sie alle Informationen (Termine, Tickets, Kontaktmöglichkeiten) zu unserem Programm „De Krei de spelt Fitel …“ –
Sollte etwas fehlen, zögern Sie nicht, uns eine Mail zu schreiben!
Lüd, dat gifft wat!

Die Lesung

Es war Klaus Groth, der Müllersohn aus Heide in Holstein, der das Niederdeutsche als Literatursprache überhaupt (wieder-)entdeckt hat: Seit sich Hochdeutsch als Schrift- und Amtssprache durchgesetzt hatte, war im Norden, zumal auf dem Lande, zwar noch Platt geschnackt, aber nicht mehr geschrieben worden, gar nicht zu reden von seriösen niederdeutschen Dichtungen. Da kam im Herbst 1852 Klaus Groths „Quickborn“ (= „Jungsbrunnen“) heraus, seine Sammlung plattdeutscher Gedichte, Lieder und Verserzählungen, und zeigte, wie aussdrucksstark, unverschwiemelt, lebensnah und berührend, wie ernsthaft, doch auch heiter Literatur in niederdeutscher Sprache sein konnte. Und das sahen auch die Leser so: Insgesamt vierzehn, jeweils um neue Stücke ergänzte „Quickborn“-Auflagen sind allein zu Klaus Groths Lebzeiten erschienen, und das viele Lieder dieser Sammlung bald vertont wurden, trug zusätzlich zu ihrer Verbreitung bei. Sie gehören einfach zum Vorrat der deutschen, nicht nur der niederdeutschen Poesie – die Lieder wie „Min Jehann“, „Lütt Matten, de Has“, „Lat mi gahn“ oder „De Welt is rein so sachen“.

An diesem literarisch-musikalischen Abend nun sollen Leben und Schaffen Klaus Groths ausgiebig gewürdigt werden. In der literarischen Abteilung gibt Heiko Postma ein Porträt des Autors, der nach mehreren Jahren als Lehrer schließlich Literaturprofessor in Kiel wurde, und liefert dazu Kostproben aus allen Text-Gattungen, die Groth verwandte: da gibt’s platt- (doch auch hoch-) deutsche Gedichte zu hören, Auszüge aus Verserzählungen und „Vertellns“ in Prosa, Reime „vœr de Gœrn“, Gelegenheitsverse und ebenfalls Einiges aus Klaus Groths Lebenserinnerungen. Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgt wiederum Martin von Maydell, der achtzehn der schönsten Klaus-Groth-Lieder vortragen wird – in eigenen Arrangements, mehrmals in seinen eigenen Kompositionen und immer mit markanter Stimme zur Gitarre.

Die Akteure

Zwei auf ihre eigene Art lyrik-versessene Norddeutsche präsentieren den niederdeutschen Poeten Klaus Groth:

Heiko Postma, Rezitator, Übersetzer, Autor und Erzähler aus Hannover (obgleich geboren und aufgewachsen in Bremerhaven) führt in körperlich wie stimmlich ausgreifender Weise das Leben des Dichters und seine Werke vor Augen und vor allem Ohren. Selbst Übersetzer aus dem Englischen fühlt Postma sich Klaus Groth vor allem auch verbunden in dessen Übertragung von Robert Burns Poem Tam O´Shanter, der bei Groth zu Hans Schander wird. Aber auch zahlreiche weitere Texte und Gedichte kommen zu Gehör und selbst hartgesottenen Prosafreunden wird durch den Vortrag Heiko Postmas klar, dass Lyrik – auch plattdeutsche – begeistern kann.

Martin von Maydell aus Hude (Oldb) ist wie Postma auch Germanist, darüber hinaus aber auch Musiker mit über 30 Jahren Erfahrung in Komposition und Lied-Interpretation, wobei er gleichermaßen in der Folk-Tradition wie in der Klassik zu Hause ist. Eine Kombination, die gerade im Hinblick auf Klaus Groth überzeugt: Volkslieder wie Matten Has und De Duv (eine Bearbeitung des berühmten Dat du min leevsten büst) behalten ihren bodenständigen Volkslied-Ton; Kunstlieder aus der Feder von Gerhard Selle oder sogar Friedrich Nietzsche erklingen in zurückhaltendem klassischen Stil, der durchaus die Romantik anklingen lässt, ohne jedoch das Publikum zu überfordern. Ergänzend erklingen Eigenkompositionen, wie z.B. auf das Gedicht De junge Wetfru, durch deren moderne Interpretation die Aktualität des Textes über eine junge Kriegswitwe deutlich wird.

Die Presse